Von Dresden nach Zürich
«Die alte Welt, sie geht in Trümmer, eine neue wird aus ihr entstehen, denn die erhabene Göttin Revolution, sie kommt dahergebraust auf den Flügeln der Stürme.» Die Wirklichkeit sah 1849 jedoch anders aus, als sie sich der Königlich-Sächsische Kapellmeister Richard Wagner in seinem Zeitungsartikel herbeigesehnt hatte. Der Dresdner Maiaufstand wurde vom Militär blutig niedergeschlagen. Steckbrieflich gesucht, verlor der ehemals gefeierte Wagner seine Anstellung an einem der besten Opernhäuser Europas. Der Verhaftung entging er durch Flucht.

Auf Rat seines Freundes Franz Liszt reiste er über die sichere Schweiz nach Paris, um dort als Komponist endlich «auf die grosse Weltbahn» hinauszutreten. Doch konnte er weder seine Dresdner Opernerfolge Rienzi, Der Fliegende Holländer und Tannhäuser noch den bisher unaufgeführten Lohengrin anbringen. So liess sich Wagner im Juli 1849 in Zürich nieder. Er ahnte nicht, dass er dort neun Exiljahre verbringen würde. 

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