Ungestörtes Schaffen

Die neun Zürcher Jahre gehörten zu den produktivsten und wegweisendsten in Richard Wagners Leben und Schaffen. Er entschied sich gegen ein Dasein als Kapellmeister-Komponist mit fester Anstellung und für ein Leben als freischaffender Künstler – ein für die damalige Zeit gewagter Schritt, dem besonders seine Frau Minna als frühere Schauspielerin mit grosser Skepsis gegenüberstand.

Abseits der europäischen Musikzentren konnte der ehemalige Hofkapellmeister seine Anschauung von Kunst und Künstlertum neu ordnen, ohne den Einflüssen und Zwängen des Kulturbetriebes ausgesetzt zu sein. Ab 1849 setzte er sich in mehreren Schriften mit musikästhetischen Fragen auseinander. Dabei reifte neben der Festspielidee auch der Plan des vierteiligen Ring des Nibelungen aus. Ab Herbst 1853 vertonte Wagner Das Rheingold, Die Walküre und einen Teil des Siegfried, danach arbeitete er an Die Sieger, den «Wesendonck-Liedern» und Tristan und Isolde.

   

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